Wasch mich, mach mich aber nicht nass – mal anders

Der April macht, was er will!

Mit hochgeschlagenem Mantelkragen dicht an Hauswände gepresst geht es durch den kalten Wind und den Schneefall. Egal wie schnell, man entkommt dem Schnee nicht wirklich.

Bei Regen sieht das fast noch lustiger aus – wenn man es mal mit den Augen eines Marswesens betrachtet. Warum sollte ich das tun, fragen Sie sich?

Weil es spannend ist, Alltagssituationen aus Sicht der Metaebene anzuschauen und zu reflektieren. Das geht nicht, wenn der Mensch sich noch in der Situation befindet. Aus dem System heraus kann niemand den Überblick gewinnen, das geht nur von außen, von oben, mit anderen Augen oder in anderen Schuhen.

Und – Sie ändern die Situation nicht, was immer Sie tun, das Ergebnis ist das Gleiche.

Es regnet. Es platscht. Es gießt. Und Sie müssen raus, es hilft nichts, vielleicht steht das Auto in der nächsten Straße, Sie wollen zum Mittagessen oder noch rasch Milch besorgen, weil gleich ein Kunde kommt. Der Fuß wird vorsichtig auf den Gehweg gesetzt und dann gehts im Zickzack los. Pfützen vermeidend, immer auf der Suche nach einem nicht so nassen Fleck, den Kopf zwischen die Schultern gezogen, von einem Dachunterstand – und sei er noch so klein – zum nächsten. Die entgegenkommende Person versucht das gleiche, man macht sich die winzigen Zentimeter des Vordachs fast streitig, um dann weiterzuziehen, sich mutig in die vom Himmel fallende Nässe zu stürzen. Immer schneller, immer nasser, in Hektik, völlig außer Atem.

Das Ergebnis ist an und für sich immer gleich, Sie werden nass. Daran ändert die Geschwindigkeit nichts, das Hüpfen, die Dachvorstände, am Ende sind Sie durchfeuchtet. Und k.o. obendrein.

Die Alternative?

Ruhig, einen Schritt vor den anderen, Nichtbrillenträger das Gesicht in den Regen haltend, Brillenträger auch (vorausgesetzt, Sie sehen genug, wenn Sie sie absetzen können). Sonst hilft vielleicht ein Hütchen oder eine Mütze mit Schirm. Wenn Sie Ihr Ziel anpeilen und ruhig den geraden Weg wählen, werden Sie ebenso ankommen, wie im Beispiel vorher, auch Sie sind nass, haben aber zumindest Spaß dabei. Nicht? Naja, aber Sie haben nicht so einen Stress, das ist zweifellos.

Was möchte ich damit ausdrücken?

In Konfliktsituationen ergeht es uns nicht anders als im Regenlauf.

Wir hüpfen um die größten Fettnäpfchen herum, vermeiden Situationen, die uns belasten, drücken uns herum um klare Stellungnahmen und beeilen uns, möglichst trocken durchzukommen. Auch hier ist das Ergebnis gleich. Sie werden nass, so oder so, der Konflikt verändert sich nicht, der Wolkenbruch findet statt.

Was also tun? Versuchen Sie Situationen anzunehmen, wenn Sie sie nicht ändern können. Das einzige, was Sie tatsächlich ändern können, ist Ihre Haltung dazu. Wenn schon nass, wenn schon Konflikte, dann wenigstens etwas stressfreier und nicht versehentlich vom Regen in die Traufe.

Mögliche Vorgehensweise

  • Überlegen Sie sich, was der Konflikt für Sie bedeutet?
  • Was sind Ihre Interessen?
  • Steht der Konflikt für etwas anderes und übt eine Art Stellvertreterfunktion aus?
  • Was brauchen SIE?
  • Was macht der Konflikt mit dem Anderen?
  • Wie ist die Kultur des Konflikts?
  • Wie ist das dominierende Klima? Wird es eher kalt und verhalten oder hitzig geführt?
  • Ist das „erlaubt“? Erlauben Sie sich das?

Wir sind gerne für Sie da. Fragen und Kommentare. Sagen Sie Ihre Meinung dazu. Ich freue mich darauf.

 

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4 Kommentare

  • M.K.

    Guten Tag,

    manchmal, lässt es sich nicht vermeiden, mal etwas lauter zu werden. Es ist ja auch völlig normal, das man dies tut. Denn irgendwann kann man sich nicht mehr an sich halten, man ist ja nicht aus Holz.

    Es sollte doch möglich sein, seinen Frust auch mal rauszulassen, oder?

    Haben sie einen Rat für Emotionale Menschen?

    Antworten
    • Es ist völlig normal, dass einem mal der Kragen platzt, da stimme ich zu, wir Menschen sind nicht aus „Holz“ 🙂
      Was wirklich hilft für emotionale Menschen ist, sich mal an das Kennenlernen der eigenen Trigger heranzuwagen, die wunden Punkte. Wenn man diese kennt, können die Ärgersituationen einen nicht mehr so stark überfallen. Schließlich werden zu dem jeweiligen Zeitpunkt nur Bedürfnisse verkannt, die Reaktion (auch mal lauter zu werden) ist ein Versuch, eine Strategie, um diese irgendwie zu befriedigen. Worauf ich hinaus möchte ist, dass es nicht so weit kommen muss, dass man die Kraft auch noch verschleudern muss durch Energie für Lauterwerden, dem Anderen deutlich machen, was man wirklich möchte….
      Bevor also das Schreien kommt ist immer das Bedürfnis da. Was hätte es gebraucht, was braucht es, damit man nicht lauter werden muss?

      Antworten
      • M.K.

        Danke für die Antwort, ich denke dass man erst einmal den Mittelweg finden muss, damit sich alle Parteien einig werden und alle zu Frieden sind. Das ist aber nicht so leicht, sein Ego auch mal hinten an zu stellen.

      • Ohja. Das ist ein wirklich wahres Wort. Sein Ego mal hinten an zu stellen, das würde uns in den allermeisten Situationen wirklich weiterbringen. Danke

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