Frieden durch Verständigung. Der Streit um Omas Erbe

shutterstock_103444067 Omas Erbe
Gerade ist Oma von uns gegangen. Vielleicht nach langer Krankheit, vielleicht ganz schnell. Fehlen wird sie uns. Gerade macht eine Edeka-Werbung auf die Einsamkeit von älteren und alten Menschen aufmerksam und löst eine Diskussion aus.
Was aber würden unsere Eltern und Großeltern über uns sagen, wenn sie erleben würden, was „danach“ passiert.

Erben will gelernt sein

Danach ist Trauer, aber auch die Auseinandersetzung über das Erbe. Wer bekommt das kostbare Geschirr, wer die geliebten Möbel, wer das Haus oder… was auch immer noch da ist?
Existiert ein Testament? Ist es eindeutig? Egal. Gestritten wird leider trotzdem.
Wir (Gisela und Peter Krämer), haben Gutes und Schlimmes erlebt in der Mediation im Erbfall.
Es kommen die Geschwister wieder zusammen, nachdem sie 20 Jahre nicht miteinander gesprochen haben und im Rahmen der Mediation tasten sie sich wieder vor. Die Mutter wäre stolz und glücklich gewesen auf ihre Kinder. Anstrengend war es für alle, aber fair und das, was gesagt werden musste, wurde gesagt.

Alte Themen können weh tun, Trauer sowieso

Es werden Themen aktuell, die lange bewältigt geglaubt wurden, alte Kindheitsthemen, alte Lebenswünsche, Generationenfragen. Wie kann ich im Sinne des Papas die Firma weiterführen?
Vielleicht ist es im Sinne des Vaters, wenn Sohn und Tochter glücklich sind und ihre eigenen Wege gehen. Dass sie dabei die Firma weiterführen und in eine neue Zeit lenken, wäre sicher in seinem Wunsch gelegen.
Alte Fotoalben fallen in die Hände, beim Ausräumen der Wohnung und des Hauses kommen viele viele Erinnerungen hoch und fluten. Da ist Freude und Trauer ebenso wie Wut und sogar Hass.
Und dann soll vernünftig das Erbe geteilt werden? Das bedarf vieler Klärungen und Sie müssen damit nicht allein bleiben.

Abschied von den Eltern

Wenn Eltern gehen, wenn Vater und Mutter, auch Oma und Opa, sterben, verändert sich unsere Welt sehr nachdrücklich. Es fehlt ein Teil unseres Lebenspuzzles und es kann nicht ersetzt werden. Was wir alle aber tun können, ist mit Achtsamkeit und Fairness, angemessen mit dem Andenken umzugehen.
Streit ums Erbe und Entzweiung der Erben gehört eher nicht dazu.

Deeskalierung, bevor „es“ vielleicht zu spät ist, geht so

Mir hat im Rahmen eines Seminars zum Thema „Deeskalierende Gesprächsführung“ ein Teilnehmer folgendes geschrieben, ich finde, es bringt auf den Punkt, was ich hier sagen möchte:
„Gerade der Aspekt, was kann der Andere von mir und ich von ihm in seinem jeweiligen Bezugs- und Beziehungssystem im Gesprochenen und vordergründig Gemeinten wirklich entziffern, ist ein unglaublich weitreichender Gedanke. Umschließt er doch im Willen zur gegenseitige Verstehen eine unausgesprochen friedvolle Übereinkunft und ist gerade jetzt,nach den furchtbaren Ereignissen in Paris, wo kein Wille zur Verständigung mehr erkennbar ist so tröstlich.
Auch ist der Gedanke der Rache als Bedürfnis vor diesem Hintergrund so aktuell und im Gesamten nur als eine Eskalation der Destruktivität eindeutig erkennbar und damit dem Menschsein nicht wirklich entsprechend!“
Die Tatsache und der Wille, einen anderen wirklich verstehen zu wollen, die Mutter oder den Vater zu verstehen, was der letzte Wille bedeutet, beinhaltet tatsächlich den Willen, das Erbe friedlich zu verteilen, zu regeln.

Normal ist es, zu gehen

Viele Eltern gehen heute auch rechtzeitig den Weg und klären zu Lebzeiten ihre Angelegenheiten oder sorgen -wie der alte Herr in der Edeka-Werbung- für ihre Wünsche und deren Erfüllung.
Für den einen ist es Klarheit, für den anderen der Kontakt. Wann und wie können Familien miteinander gut umgehen, ohne dass Söhne und Töchter ihr Lebtag gebunden ans Elternhaus bleiben. Auch das kann nicht gesund sein, sie müssen hinaus gehen und ihr eigenes Leben und eine neue Familie finden und leben. Das heisst nicht, die Ursprungsfamilie zu vergessen oder zu verdrängen, es verändert sich nur und das ist richtig und normal.

Familien und Generationen und Mediation

Wir finden es immer wieder fantastisch, wenn Familien sich zusammensetzen und genau das miteinander ausmachen! Kürzlich haben wir eine Drei-Generationen-Familie begleitet. Die Initiative geht übrigens oft von der älteren Generation aus! Es war schwer für die Enkeltochter, es war schwer für die Eltern und die Großeltern, doch haben sie einen Weg gefunden, der für alle stimmt. Genügend Nähe und genügend Distanz und Abstand für den einzelnen.

Gerade die Vorweihnachtszeit holt man vieles Altes und Schönes aus dem Schrank, in echt und gedanklich.

  • Wie geht es Ihnen damit?
  • Wie gehen Sie zu Weihnachten mit dem Thema Familie um?
  • Wie wird eines hoffentlich fernen Tages das Thema Erbe aussehen? Wie auf dem Blogbild oder schaut die Großmutter bei Ihnen fröhlicher drein?
Ich freue mich über Rückmeldungen und Meinungen, auch Kontaktaufnahme. Wir sind für Sie da!
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