Die Fortsetzung von Gisela Krämer von Der organisierte Himmel, Weihnachten im Chaos

„Gesagt getan. So wurde ein Vertreter Deutschlands vor Petrus vorgeladen. Er erklärte Petrus, was alles nicht in Ordnung sei. Er hörte überhaupt nicht mehr auf und Petrus‘ Zeit für ihn war mehr als aufgebraucht. Die Tür ging auf und der Herrgott betrat den Besprechungsraum.

Er sagte zu Petrus: „Du, Petrus, lass mich einmal einen Moment mit meinem Mensch allein.“

Nun, da saß der Mensch. Er saß seinem Schöpfer gegenüber und wagte kaum aufzublicken. Der Herrgott jedoch war freundlich und sprach ihn an:

„Sage mir, was ist in Ordnung.“

Erstaunt blickte der Mensch auf. „Was in Ordnung ist?“

„Ja“, sprach der Herrgott. „Sage mir, was in Ordnung ist. Wie lange brauchst du, um mir alles zu sagen, was in Ordnung ist?“ „Oh“, sagte der Mensch, „dafür würde ich sicher eine halbe Ewigkeit brauchen!“

„Gut“, bedeutete der Herrgott. „Und wie lange brauchst du, um mir zu sagen, was nicht in Ordnung ist?“ „Vielleicht zwei oder drei Tage“, sprach der Mensch.

„Wie viel ist das in deinen Augen, Mensch, für die komplette Weltenzeit?“ Der Mensch antwortete: „Es gibt ein Sprichwort auf Erden: ‚Ein Wimpernschlag im Auge Gottes‘“. Und er neigte den Kopf.

„Wie geht es dir jetzt?“, fragte der Herrgott. „Ich fühle mich wie ein winziges Sandkorn in der großen Uhr der Ewigkeit. Ich fühle mich ganz klein und auch ein wenig verloren.“

„Du glaubst, dass du zu klein bist, um alles, was du tun möchtest, zu tun und zu schaffen? „Ja“, sagte der Mensch, „das ist es. Ich bin zu klein, und habe zu wenig Kraft, und ich habe so wenig Mut.“

„Und was hast du alles?“

, sprach der Herrgott. Wieder schwieg der Mensch sehr lange und sagte: „Es gibt vieles, was ich habe, aber ich kann nicht mehr erkennen, was das Wichtigste von allem ist.“

„Nun“, sprach der liebe Gott, „ich will es dir erklären! Du sagst mir, welche Dinge nicht in Ordnung sind. Du sagst mir, welche Dinge in Ordnung sind. Aber du sagst nicht, was das Leben zum Leben macht.

Lebe, Mensch!

Das Sandkorn, das Mutter Natur mit all ihrer Liebe geformt hat, ein Sandkorn allein aus dem Blickwinkel einer Ameise ist riesengroß, ein Sandkorn unter dem Mikroskop hat wunderschöne Formen. Aber ein Sandkorn allein? Was macht es?

Nur viele Sandkörner zusammen bilden den Sandkasten, in dem die Kinder so freudig spielen.
Nur viele Sandkörner gemeinsam bilden einen Stein, aus dem du dein Haus baust.
Nur viele viele Sandkörner bilden die Wüste, die die Oasen so schön erscheinen lassen.
Schau hin, Mensch, und suche deine Oasen. Ich habe dir alles gegeben, was du brauchst.

Liebe. Liebe dich, liebe die Dinge, die du tust, liebe die Menschen, mit denen du zusammen bist. Geh hin und betrachte die Dinge.“

Und der Mensch stand auf, bedankte sich bei seinem Herrgott und ging. In den nächsten Tagen schwieg er lange und sprach nicht. Er schaute bei sich, was er alles bei sich mochte und er fand viel. Er sah die Umgebung und sah, was er alles hatte und das Wichtigste waren ihm die Gefühle, die Gemeinschaft und die Liebe. Er sprach mit seinen Kollegen und Freunden und der Familie und dadurch, dass er sprach mit ihnen war die Sprachlosigkeit behoben und siehe, die Aufgaben wurden viel leichter. Und es wurde kaum Arbeit doppelt erledigt, weil es nicht mehr vorkommen konnte, dass der eine oder andere nicht wissen konnte. Sie betrachteten sich mit Respekt und Achtung.

Und sie mochten nicht mehr klagen, sie konnten nicht mehr klagen, denn sie sahen die Dinge nicht, die nicht in Ordnung waren, der Himmel hatte ihnen die dunkle Brille weggenommen.

Bei Licht betrachtet sind die Dinge niemals so dunkel, wie sie scheinen wollen!

Auch im Himmel ging wieder alles seinen gewohnten Gang. Es war, wie es immer war. Der liebe Gott hatte den Raum betreten und alles war gut.

Such nach dem Sternenleuchten in den Augen.
Schau nach dem Lächeln in dir,
du wirst manches, was du siehst, kaum glauben,
und doch trägst du die Weltenliebe in dir.

Verlier dein Sternenleuchten nicht.“

 

Fragen und Überlegungen

Ist das jetzt wieder so eine Allerweltsweisheit? Schau nach dem Positiven und gut ist? Klingt .. so theoretisch. Niemand behauptet, dass es leicht ist. Es bleibt nur der einzig gangbare Weg. Nach dem Negativen zu schauen, heisst, sich der Strömung zu überlassen.

Mich hat kürzlich jemand gefragt, ob das wirklich so einfach ist. Ja ich denke schon, letztlich wird es das, wenn wir den ersten Schritt getan haben. Nur dann, wenn wir uns selbst Respekt und Liebe geben, wenn wir leben und das Positive würdigen, dann werden wir leben. So schließt sich der Kreis.

Wie sehen Sie das?

Auf jeden Fall an dieser Stelle: Ein frohes Fest.

 

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