Die Leichtigkeit rund ums Streiten. Und wir brauchen ein ganzes Wochenende dafür

Leichtes Streiten,Storytelling PFEOS

Wir streiten nicht, wir diskutieren

Storytelling aus dem Betriebsalltag von PFEOS. Die Leichtigkeit des Streitens mit den Augen einer 8-jährigen. Begleiten Sie unsere Trainerin Katja Jungmann.

Die Aussage „Wir streiten nicht – wir diskutieren!“ flöte ich ab und zu scherzhaft bekannten Außenstehenden entgegen, die verunsichert nachfragen, ob alles okay ist. Ja natürlich ist alles okay für uns, die sich da gerade necken und spielerisch Vereinbarungen treffen. Oft lachen wir dann gemeinsam und die Unsicherheit ist vergessen. Ich finde es gut, dass es Menschen gibt, die den Mut haben einen vermeintlichen Streit anzusprechen. Menschen, die nicht wegschauen. Menschen, die sich achtsam Anderen gegenüber verhalten.

Streit ist grundsätzlich zu vermeiden?

Mit dem Begriff „Streit“ werden emotionsgeladene Beschreibungen wie Konflikt, Zank, Ärger, heftige Diskussion, Zwist, Krieg, Machtrangelei verbunden. Je nach Erfahrung und Situation reagieren Menschen in unterschiedlicher Weise auf „Streitigkeiten“. Mal wird ein Streit vermieden, weil es sinnlos erscheint Energie hinein zu investieren. Ein anderes Mal stellt ein Streit die ideale Grundlage dar etwas zu bewegen bzw. zu verändern. Und dann gibt es Streitsituationen, die sind einfach superinteressant, erforscht zu werden.

Start der Mediationsausbildung Herbst 2017, Rund um Konflikte

Vergangene Woche starteten Gisela und ich die zweite Mediationsausbildung bei PFEOS in diesem Jahr. Für mich ist es die erste Mediationsausbildung, die ich als Assistentin begleite. Drei Tage, von Donnerstag bis Samstag, untersuchten, erforschten und umflogen wir das Thema Konflikte mit den Teilnehmern.
Drei Tage, die vollgepackt waren mit Erkenntnissen rund um Konflikte,  dem eigenen Streitverhalten, den Umgang mit Konflikten, der eigenen Haltung und Kommunikation.
Am Montagnachmittag erzählt mir meine achtjährige Tochter beiläufig, dass ein Streitschlichter in der Schule war. Ich wurde hellhörig und fragte neugierig nach, was er erzählt hat und an was sie sich erinnert. Wie selbstverständlich antwortete sie:
„Da gibt es neun Stufen. Die ersten drei – da ist es noch lieb und da streiten sie noch ein bisschen, z.B. über Fußball. Die vierte bis sechste Stufe – da wird’s dann eher so ein bisschen blöder. Und die siebte bis neunte Stufe – da wird’s eher schon Prügel und da holen sie eine Axt und machen die Tischbeine kaputt. Das ist dann eher dumm.“
Ich war baff. Meine Tochter, die sich oft über meinen Beruf wundert, erklärt mir mit einer Brezel in der Hand die Eskalationsstufen nach Friedrich Glasl. Sie erklärte weiter:
„Also. Wenn man nach dem Streiten – da gibt’s ja keine Stufe mehr – wenn man dann wieder auf Stufe eins anfängt – dann kann man „STOPP“ sagen und einfach ein Kompliment sagen.“ Sie schaute mich lange grübelnd und ernsthaft an. „Zum Beispiel: Mama du hast einen schönen Pullover an.“.

Die Leichtigkeit des Streitens in 5 Minuten. 8 Jahre alt müsste man manchmal sein

Mein Mama-Herz und mein Mediatorinnen-Herz gingen auf. Da machen wir drei Tage Ausbildung rund um Konflikte und ein achtjähriges Kind erklärt mir die Leichtigkeit des Streitens in fünf Minuten!
Wie geht es Ihnen mit dem Thema Streiten?
Was bedeutet das für Sie in der heutigen Zeit?
Wie erfahren Sie Streiten mit Kindern? Anders oder doch sehr ähnlich?
Wir freuen uns über Kommentare.
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