Das Leben erklärt sich, mit Podcast

Gisela Krämer. Das Leben erklärt sich aus der Vergangenheit.

Das Leben erklärt sich immer erst rückblickend.

In der Vergangenheit erkennen wir die Bedeutung unserer Lebenssituationen.

Das Leben erklärt sich tatsächlich immer erst in den Geschehnissen der Zukunft bzw. der Vergangenheit.

Tatsache ist, dass wir erst im Nachhinein wissen, ob unsere Entscheidungen das gebracht haben, was wir erhofft und erwartet haben. Ich persönlich finde, dass es keine Zufälle gibt, sondern der Mensch unterschiedlich wahrnimmt. Es ist ausschließlich meine konstruierte Wahrheit, in der ich einzelne erst einmal voneinander unabhängige Ereignisse verknüpfe und ihnen Bedeutung gebe.

Oder ist es Zufall, dass wir uns kürzlich nach langer Zeit wieder getroffen haben? Jedenfalls wäre ohne meine Wahrnehmung und ohne deine Fokussierung daraus nicht geworden – wir wären vielleicht in Parallelstraßen abgebogen und hätten uns eben nicht getroffen.

Wo eine Tür sich schließt öffnet sich eine andere.

„Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere; aber wir sehen meist so lange mit Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen.“ Alexander Graham Bell

Das ist gemeint, wenn ich sage, dass die Vergangenheit uns das Leben erklärt. „Das ist gut so, dass es so gekommen ist, auch wenn es schwer war.“ Kennen Sie das?

Ist es nicht anmaßend, jede Situation so zu definieren?

Aber kann wirklich jede Situation so definiert werden? Es wäre doch ziemlich anmaßend, das für alles zu tun, auch für richtig schlimme Erlebnisse und Verluste von Menschen?

Ich denke, dass es die einzige Möglichkeit für uns Menschen ist, Vergangenes, Traumatisches zu verarbeiten, Trauer zuzulassen, damit die Dinge irgendwann leichter werden. Sie werden nicht wieder gut, niemand kann die Vergangenheit zurückholen. Unsere Art, mit ihr umzugehen macht den Unterschied, die Art und Weise, sie zu deuten und aus ihr zu lernen.

Das ist das, was Leben ausmacht, es hat sicher nicht umsonst mit Leben zu tun, mit erleben und Erlebnissen. Es sind diese entscheidenden guten und traurigen Momente unseres Lebens, an das wir uns erinnern, was uns zu Menschen macht und was uns zu dem Menschen gemacht hat, der wir sind.

Und wir sind schließlich gut so, wie wir sind!

Müssen dann nicht auch die Erlebnisse unseres Lebens dazu beigetragen haben?

Ich finde, es hat etwas Tröstliches, zu wissen, ich kann es jetzt vielleicht noch nicht erklären, wozu „es“ gut war, ich habe jetzt noch nicht die Kraft, auf diese Art und Weise zurückzuschauen, weil der Schmerz und die Wut noch zu groß sind. Aber der Tag wird kommen, es wird leichter werden.

Gerade in dieser Zeit, wo vieles rund um uns, mit uns und durch uns passiert, das Wirkungen hat, hilft das Bewusstsein, dass das Leben hier und jetzt stattfindet und der Augenblick auch schon wieder vorüber ist.  Die Gewissheit zu haben, ich werde jeder Situation Bedeutung geben, wenn ich der Ansicht bin, sie hat Bedeutung in meinem Leben.

Welche Rolle spielt die Zukunft im Lebensspiel?

„Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.

Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. Für die Tapferen ist sie die

Chance.“ Victor Hugo

Wie klug ist es, sich vor der Zukunft zu fürchten? Sie ist noch nicht da und ich kann nur raten, wie sie sein wird? Wirklich? Laut Hugo haben manche Menschen Angst vor der Zukunft. Angst ist ein schlechter Ratgeber, sie hilft nicht weiter, sondern lähmt förmlich. Aber! Dort wo die Angst ist, ist auch die Veränderung. Sie zeigt uns auf, an welchen Stellen wir unsicher sind und noch keine Handlungsalternativen zur Verfügung haben. Und sie führt aus unserer Komfortecke heraus in eine weite unbekannte Welt, wo uns noch der Leitfaden fehlt und die geübten Mechanismen.

Unerreichbar ist es nur dann, wenn ich daran glaube oder diese Zukunft für mich im Augenblick der Gegenwart als noch nicht priorisiert, noch nicht spruchreif, einstufe.

Unbekannt? Ja eindeutig. Was haben wir zur Verfügung, was uns hilft, auch einen neuen Weg zu gehen? Wir haben die Vergangenheit und die Rückschlüsse, die Parallelen, das Transferwissen und die Erfahrung, dass wir erfolgreich viele Situation bewältigt haben, steht uns zur Verfügung. Das ist viel.

Andere Menschen, Wegbegleiter, Vorbilder stehen bereit, in der Realität und in der Erinnerung, um uns zu helfen.

Damit wird der neue Weg eine Chance, wenn wir uns entscheiden, ihn zu gehen auf dem Weg zu unserem Ziel, zu unseren Träumen und weiter im Leben.

Ein wirklich cooles Leben

Damit aus der Zukunft eine wunderbare Vergangenheit wird und ein – wirklich cooles Leben!

Denn Tatsache ist, dass wir Menschen so gut wie nie die Dinge bedauern, die wir getan haben, sondern ernsthaft nur die Dinge, die wir NICHT getan haben.

So gesehen ist doch eine Freude, Dinge zu tun, auch wenn wir hinterher sagen, ich habe etwas gelernt. Ist doch schon mal was!

Podcast / Zum Mitlesen

Welche Gedanken gehen Ihnen bei diesem Artikel durch den Kopf?

Ich freue mich über einen Gedankenaustausch und wünsche eine wunderbare Vorweihnachtszeit, ein fröhliches und friedliches Fest und einen schönen Neujahrsbeginn.

Gisela Krämer & Team PFEOS 

 

Share Button

2 Kommentare

  • Ich denk an Kierkegaard: „Das Leben wird nur in der Schau nach rückwärts verstanden, und nur in der Schau nach vorwärts gelebt“ oder an das Lied „Momentensammler“ von Werner Schmiedbauer: „ich bin Momentensammler ….und das beste daran, wenn Du den Moment gefunden hast – ist er vorbei…“

    Antworten
    • Danke Katja, das sind zwei tolle Ergänzungen zum Artikel. Mir gefällt der Momentensammler, da kommen mir doch grad schon wieder Ideen.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.